Integrative Körperpsychotherapie IBP (J. L. Rosenberg)
Integrative Körperpsychotherapie IBP (J. L. Rosenberg)

Die Integrative Körperpsychotherapie IBP (Integrative Body Psychotherapy) entstand ab den späten 1960er-Jahren in Kalifornien, begründet von Jack Lee Rosenberg (Ph.D., geb. 1932), weiterentwickelt zusammen mit Marjorie L. Rand (Ph.D.), Beverly Kitaen Morse (Ph.D.), Andrea Juhan (Ph.D.) und Markus Fischer (Dr.med.). Die Wurzeln von IBP reichen allerdings weiter zurück und lassen sich am besten anhand des Lebenslaufs des Begründers aufzeigen.

Rosenberg studierte ursprünglich Zahnmedizin mit den Spezialfächern Dental-Psychologie und Effizienzsteigerung, und war dann als Zahnarzt und Lehrbeauftragter für Dental-Psychologie tätig. Später erwarb er sich zusätzlich einen Abschluss in klinischer Psychologie (Ph.D.). In seiner klinischen Tätigkeit kamen ihm diese früheren Betätigungen zugute, indem er sein therapeutisches Interesse interdisziplinär und schulenübergreifend auf das richtete, was er als psychotherapeutisch wirksam erlebte - eine Haltung, die damals wenig Verständnis fand, gegenwärtig im Gefolge von Evidence Based Medicine (und Evidence Based Psychotherapy) jedoch sehr aktuell ist (Grawe, 1998; Hubble, Duncan & Miller, 2001). Rosenberg integrierte im Verlauf der Jahre Elemente aus verschiedenen psychotherapeutischen und körpertherapeutischen Ansätzen und bildete daraus ein neues, kohärentes Therapiesystem.

In den 60er-Jahren bildeten sich in Kalifornien das "Human Potential Movement" (Rogers, Maslow) und die Humanistische Psychotherapie als dritte Kraft neben Psychoanalyse und Verhaltenstherapie heraus. Rosenberg bewegte sich in diesen Kreisen, begegnete Fritz Perls und begeisterte sich für dessen Gestalttherapie. Schliesslich wurde er selbst Lehrer am Gestalt Institute von San Francisco.

Unter dem Einfluss prägender körperpsychotherapeutischer Erfahrungen bei Phil Cucuruto, einem Schüler von Wilhelm Reich, begann er, die zentralen Konzepte der Gestalttherapie auf die somatische Ebene zu erweitern. Er entwickelte das, was er damals "Gestalt Body Psychotherapy" nannte.

Aus seinen körperpsychotherapeutischen Erfahrungen übernahm Rosenberg drei zentrale Konzepte:

1. den energetischen Ansatz (das Arbeiten mit dem natürlichen Ladungs-Entladungszyklus des vegetativen Nervensystems),
2. die Bedeutung der Sexualität für ganzheitliches Wohlbefinden,
3. sowie Reichs Schalenmodell als Grundlage für sein späteres IBP-Persönlichkeitsmodell und dessen Charakterstil-Konzept.

Als Rosenberg den Körper immer mehr in seine Arbeit zu integrieren begann, tat er das vorerst in seinem Selbstverständnis als Gestalttherapeut. Erst, als er im Gestalt Institute von San Francisco auf den Widerstand seiner Kollegen stiess, sah er sich veranlasst, die Bezeichnung seiner Methode in «Integrative Body Psychotherapy (IBP)» zu ändern. Er blieb aber seinen Wurzeln als Gestalttherapeut bis heute in vielem treu.

Persönliche Erfahrungen mit der Objektbeziehungstherapie bei Vicky Hamilton (Itten, 2002), einer Schülerin von Winnicott, sowie seine früheren Erfahrungen mit Psychoanalyse veranlassten Rosenberg, zwei Konzepte in sein Verfahren zu integrieren, die seither zentrale Bausteine von IBP sind: die Objektbeziehungstheorie und die Übertragungstheorie.

Von Kalifornien aus fand IBP über die Jahre Verbreitung in den USA, Kanada und Europa (Schweiz, Deutschland, Belgien, Österreich). Zur Zeit gibt es weltweit 13 IBP-Institute. Die mit IBP arbeitenden PsychotherapeutInnen sind in der International Association of Integrative Body Psychotherapy vereinigt.

Das IBP-Institut in der Schweiz wurde 1990 von Dr. med. Markus Fischer gegründet. Seit 1996 wird es vom Verein IBP-Institut getragen, der zur Weiterentwicklung und zur Qualitätssicherung von IBP vier ständige Kommissionen eingerichtet hat: eine Ausbildungs-, eine Wissenschafts-, eine Ethik-, sowie eine Marketingkommission.

Seit 1998 ist das IBP-Institut Mitglied der Schweizer Charta für Psychotherapie. Das 5-jährige Weiterbildungs-Curriculum Psychotherapie IBP ist von der Charta sowie von der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) anerkannt.


Links zu Ausbildungsinstitutionen:
IBP - Institut Schweiz


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